Nicht viel wirklich Neues (auĂŸer, dass es das sympathische Projekt Iversity zu verdienter medialer Aufmerksamkeit gebracht hat: Herzlichen GlĂ¼ckwunsch, Leute!) hat der Ă¼berschwängliche Artikel „Studium 2.0: Wie E-Learning den Unialltag verändert“ auf STERN.DE zu berichten. Es wird aber ein eingängiges Szenario skizziert, wie das Studium mit sozialen Netzwerken unterstĂ¼tzt werden könnte.
„Beschäftigt sich ein Student etwa gerade mit dem Schriftsteller Franz Kafka, dann kann er auf der Plattform nach Menschen mit demselben Studieninteresse suchen – und zwar bundesweit.“
Interessant finde ich, dass auch fĂ¼r die breite Ă–ffentlichkeit (bzw. den Teil davon, den die STERN.DE-LeserInnenschaft repräsentiert) die Massenvorlesung als Auslaufmodell dargestellt wird.
„Der Frontalunterricht fĂ¼r Hunderte von HochschĂ¼lern in einem Audimax werde sich schlicht Ă¼berholt haben. Das reine Wissen eigneten sich die HochschĂ¼ler der Zukunft zu Hause alleine Ă¼ber Internetportale an. Die Vorteile der Wissensvermittlung liegen dabei auf der Hand: Stehen die Infos zum Abruf in einem Portal bereit, könnten Studenten immer dann lernen, wenn es ihnen zeitlich passt. Und das Tempo der Vorlesung hängt allein vom eigenen Rhythmus ab.“
Wissenschaftlich ist das nicht, der Artikel kann aber sicher geeignet sein, wenn es darum geht:
- Interessierten zu Illustrieren, welche Entwicklungen und Visionen mit der Idee des E-Learning in der Hochschule verbunden sein können,
- ein Beispiel zu zeigen, wie E-Learning in der Hochschule offensiv aber ohne Heilsversprechen kommuniziert werden kann.
Mir wird aber an dem Artikel auch mal wieder die Krux deutlich, dass zwischen dem Versuch offensiver Kommunikation und sträficher Simplifizierung („reines Wissen“? „immer Lernen, wenn es passt“?)
nur ein schmaler Grat liegt.

