Workshop: Perspektiven der Vernetzung von E-Portfolio-Akteuren im deutschsprachigen Raum

Workshop des German Chapter Europortfolio-Projekts: Perspektiven der Vernetzung von E-Portfolio-Akteuren im deutschsprachigen Raum im Rahmen der der Fachtagung „Bildungsräume 2017“

Datum: Dienstag, den 05.09.2017
Uhrzeit: 17:30 – 19:00 Uhr
Ort : TU Chemnitz, Str. der Nationen 62, 09111 Chemnitz

Im Dezember 2014 haben sich E-Portfolio-Anwender*innen, Forscher*innen und Interessierte im German Chapter der Europortfolio-Initiative vernetzt (#europortfolioDE). Im rund 150 Mitglieder umfassenden Netzwerk werden Fragen der Anwendung und Weiterentwicklung von E-Portfolios in Schule, Hochschule sowie Erwachsenen-/Weiterbildung diskutiert. Dank dieser kontinuierlichen Arbeit haben sich wertvolle Vernetzungen auf persönlicher und institutioneller Ebene bilden können. Wir sehen das German Chapter des Europortfolio-Projekts nach zweieinhalb Jahren kontinuierlicher Arbeit aber auch an einem Punkt, an dem wir über die weiteren Perspektiven nachdenken sollten: Einerseits hat sich die Community über den regionalen Länderkontext hin ausgeweitet, andererseits haben sich auch die Konzepte und Praktiken der Portfolio-Arbeit und angrenzender Gebiete (Open Badges, Personal Learning Environments) weiterentwickelt. Wir möchten im Rahmen der Fachtagung „Bildungsräume 2017“ (http://bildungsraeume2017.de) von GMW und GI die Gelegenheit nutzen, in einem größeren Kreis von Interessierten mögliche Entwicklungsperspektiven der Vernetzung von E-Portfolio-Akteuren zu diskutieren.

Die Teilnahme am Workshop beinhaltet nicht die Teilnahme an den Fachtagungen! Den Überblick über das Gesamtprogramm findet Ihr hier.

Vom Pionierprojekt zum Regelbetrieb: Einführung des E-Portfolios in der Hochschule München

E-Portfolio-Regelbetrieb bedeutet Prozessinnovation und Kontinuität in Beratung und Konzeptentwicklung

Am 18. Januar fand das Webinar des German Chapter des Europortfolio-Netzwerks zur Einführung der Portfolio-Software Mahara in der Hochschule München statt. Gisela Prey

Klick auf das Bild startet die Aufzeichnung

und Katrin Fleischmann vom E-Learning-Center der Hochschule München stellten Einführungsprozess, didaktische Konzeption, Beratungs- und Supportleistungen sowie die Verankerung in der Hochschulorganisation dar. Moderiert wurde das Webinar von Prof. Ilona Buchem. Die Aufzeichnung dieses Webinars ist online verfügbar.
Der E-Portfolio-Gedanke folgt unter anderem der Idee, die digitale Produktivität von Studierenden zu wecken und zu entwickeln. Die Nutzung und Gestaltung einer Online-Plattform für Lernen, Studium und zur Prüfung fordert spezifisches Wissen und Fähigkeiten von Studierenden und Lehrenden, das E-Portfolio funktioniert eher wie eine Mischung aus Cloud-Anwendung und sozialem Netzwerk. Insbesondere der Prozesscharakter der Portfolio-Arbeit sowie die potentielle Verzahnung von Studienorganisation, Lernen, Zusammenarbeit und Prüfungsszenarien eröffnen die Möglichkeit, didaktische Szenarien weiter zu entwickeln. Die Einführungsprozesse von E-Portfolio-Arbeit in Hochschulen interessiert mich vor allem, weil

  • E-Portfolio-Arbeit eine wichtige Rolle für die Einführung und Weiterentwicklung studierendenzentrierter und kompetenzorientierter Modelle der Lehre spielen kann
  • E-Portfolio-Arbeit einen Präzedenzfall für die Einführung und Entwicklung einer neuen E-Learning-Technologie in Hochschulen darstellt

Frau Prey und Frau Fleischmann beschreiben in ihrem Vortrag die Erfahrungen auf dem Weg von Pionierprojekten zum Regelbetrieb in der E-Portfolio-Arbeit. Ihr Fazit: Regelbetrieb bedeutet nicht nur Produktinnovation, sondern auch Prozessinnovation, dazu gehört unabdingbar die Verstetigung von Beratung und Konzeptentwicklung.

PionierInnen

Begonnen wurde 2012 mit „Pionierprojekten“. Dabei wurden Rahmenbedingungen abgesteckt wie die Software, die Konfiguration oder die Nutzungsbestimmungen aussehen sollen. Ein interessanter – aber bestimmt effektiver – Aspekt war, dass hier erfahrene E-Portfolio-AnwenderInnen dabei waren. 2014 ging es dann weiter mit 15 parallelen Pilotprojekten. Dabei wurden nicht nur positive Erfahrungen gemacht. Die Erfahrungen sind in einer Evaluationsstudie ausgewertet worden.
Sei dem Jahreswechsel 2015/2016 ist Mahara dann in den Regelbetrieb an der Hochschule München gegangen, zielt aber nicht auf die flächendeckende Nutzung, sondern versteht sich als Zusatzangebot für interessierte Lehrende. Der Frage der didaktischen Passung von E-Portfolio-Konzept und Lehrveranstaltung wird mehr Aufmerksamkeit gewidmet und die Entscheidung gegen die Anwendung des E-Portfolio-Konzepts findet nun öfter statt. Die Nutzungszahlen im Wintersemester 2016/17 betragen aber immerhin ca. 2.500 NutzerInnen, die in über 200 Gruppen organisiert sind.

Vier E-Portfolio-Szenarien im Einsatz

An der Hochschule München werden im wesentlichen vier didaktische Anwendungsfälle der
E-Portfolio-Arbeit umgesetzt.

  • Das Dokumentationsportfolio dient zum Beispiel als Foto-Dokumentation in der Mechatronik in dem die Studierenden einen Leitfaden für das Zerlegen und Warten einer Bohrmaschine anlegen und damit ihre Arbeit dokumentieren.
  • Die Präsentationsportfolios dienen als Tätigkeitsbericht, werden als kompetenzorientierte Multimediadarstellung alternativ zum PDF-Format angeboten und sollen formatives Feedback unterstützen. Die Präsentationsportfolios sind nicht öffentlich.
  • Lehrportfolios werden im Rahmen der Weiterbildungen des E-Learning-Centers eingesetzt und bieten Reflexions- und Dokumentationsraum für die E-Learning-Projekte der Lehrenden.
  • Die Gruppen-Reflexionsportfolios dienen als Plattform um Projektarbeiten mit externen Partnern zu Dokumentieren und eine Außendarstellung zu ermöglichen. Als Werkzeug für die Reflexion der Gruppenarbeit wurde es bisher nicht zufriedenstellend angenommen. Hier soll das Konzept in Richtung strukturierter, individueller Reflexionsportfolios weiter entwickelt werden.

Ist das Angebot da nehmen die Studierenden es auch an – wenn ihnen das „warum“ klar ist

Das Webinar hat gezeigt, wie die E-Portfolio-Anwendung als Normalfall in die die Hochschulprozesse integriert werden kann. Aufbau und Kontinuität von Beratungsstrukturen,  Kontakt und Abstimmung bpsw. mit dem Prüfungswesen, Formalisierung von Prozessen, wie der Anrechnung auf Prüfungsleistung und Aufbewahrungspflicht müssen bearbeitet und gelöst werden. Hier gehört auch die immer wieder berichtete Erfahrung dazu, dass die Studierenden nach einer Eingewöhnungsphase recht gut mit der Portfolio-Software zurechtkommen konnten. Die Erfahrungen zeigen aber auch, dass es entscheidender ist, aus der Perspektive der Studierenden die Sinnfrage zur Nutzung des E-Portfolios zu stellen, positiv zu beantworten und transparent zu machen.

Webinar 18.01.2017: Einführung und Integration der Portfolio-Software Mahara am Beispiel der Hochschule München

Einführung der Portfolio-Software Mahara in der Hochschule und Integration in Hochschullehre

Mahara ist die zur Zeit wohl am weitesten verbreitete Portfolio-Plattform, die zum Einsatz kommt. Das Open-Source-Projekt ist eng mit der Moodle-Community verbunden und hat in den letzten Jahren, vor allem auch im Schulbereich, eine rapide wachsende Anwendergemeinschaft gefunden. Wie die Portfolio-Plattform in Hochschulen erfolgreich und nachhaltig eingeführt werden kann ist Thema des nächsten Community-Calls des German Chapter der Europortfolio-Initiative. Vorgestellt werden Erfahrungen und Einsatzsenarien der Einführung der Portfolio-Software in der Hochschule München.
Die Referentin ist Dipl. Geogr. Gisela Prey, Koordinatorin des E-Learning Center der Hochschule Muenchen.
Die Moderatorin ist Prof. Dr. Ilona Buchem, Professorin für Kommunikations- und Medienwissenschaften an der Beuth Hochschule für Technik Berlin.

Der Community-Call findet
am Mittwoch, den 18.01.2017, 18.00 bis 19.00 Uhr
im Adobe-Connect-Raum https://webconf.vc.dfn.de/europortfoliode
statt (einfach als „Gast“ anmelden).

Webinar: „curriculum“ – 23.11. – 16:00 Uhr – Ein Blick hinter die Kulissen einer freien Onlineplattform für die (Hoch)schul-Lehre

Das German Chapter der Initiative Europortfolio.org bietet im November 2016 ein weiteres Webinar für Pädagog/innen, Lehrer/innen und Hochschuldozentinnen an:

Mittwoch, den 23. Nov. 2016, 16:00 Uhr

„curriculum“ –  Ein Blick hinter die Kulissen einer freien Onlineplattform für die (Hoch)schul-Lehre

Digitaler Lehrplan und Kompetenzraster „Curriculum“ ist eine freie Online-Plattform, mit der sich digitale Lehrpläne erstellen lassen. Die einzelnen Kompetenzfelder bzw. Ziele in diesen Lehrplänen können mit Materialien – auch aus externen Quellen – verknüpft werden. Daneben bietet die Plattform Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften eine Übersicht über den individuellen
Lernstand bzw. den Lernstand der Gruppe. Noch nicht erworbene Kompetenzen können somit klar benannt und gezielt gefördert werden. Der aktuelle Lernstand kann als Zertifikat ausgedruckt werden.
Was ursprünglich aus dem Praxisbedarf einer Lehrperson entstand, erregte wegen der vielfältigen Nutzungsszenarien und der Erleichterung beim Classroom Management die Aufmerksamkeit von Vielen. Doch spätestens seit der Einführung des Medienkomp@ss in Rheinland-Pfalz für alle Sek I Schulen war klar, dass die Plattform auch hier angewendet werden kann. Neue Lernformen mit medialer Unterstützung benötigen Angebote wie Lernstandssichten, Kompetenzdarstellungen und auch Zielvorgaben online.
Der Vortrag erläutert zum einen das didaktische Konzept und die Einbettung des Tools in die Lehrer. Zum anderen wird am Beispiel Rheinland-Pfalz nachgezeichnet, wie sich dieses Open Source Projekt entwickelt hat und mittlerweile in einigen Bundesländern erprobt wird.
Referent: Joachim Dieterich ist regionaler Koordinator für den MedienkomP@ss am Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz (PL). Daneben leitet er das kommunale Medienzentrum Südliche Weinstraße – Landau in der Pfalz und hat Lehraufträge an der Universität Koblenz-Landau, Abteilung Landau.
Moderation: Christian Kleinhanß, Pädagogischer Leiter bei medien+bildung.com, Lernwerkstatt Rheinland-Pfalz. Er vertritt im Sprecher/innen-Team des German Chapter von Europortfolio.org den Bildungssektor Schule.

#europortfolioDE: Community-Call Di, 12.07.2016 – 18:00 Uhr „Das E-Portfolio-Konzept des Sprachenzentrums der Uni Leipzig“

Das German Chapter der europäischen ePortfolio-Initative lädt zum Community-Call am 

Dienstag, den 12.07.2016,  18:00 Uhr bis ca. 19:00 Uhr 

zum Thema „Das generische E-Portfolio-Konzept des  Sprachenzentrums der Universität Leipzig“

Katia Murata Arend von der Universität Leipzig stellt das generische 
E-Portfolio-Konzept vor, das derzeit im Sprachenzentrum der Universität 
entwickelt wird. Das generische E-Portfolio-Konzept soll Studierende 
ermutigen, ihre elektronische Lernumgebung selbst zu gestalten und zu 
pflegen, sowie den eigenen Lernprozess in Form eines reflektierenden 
Lerntagebuchs zu dokumentieren. Hier werden Studierende anhand von Leitfragen 
dazu eingeladen, ihren bisherigen Lernfortschritt regelmäßig 
einzuschätzen, sowie ihren weiteren Fortschritt zu planen. Dieses Konzept 
findet derzeit in drei unterschiedlichen Szenarien Anwendung: Interkulturelle 
Kommunikation, English in Project Management (beides Sprachenzentrum 
Universität Leipzig) und Einführung in die C-Programmierung 
(Westsächsische Hochschule Zwickau / KSUCTA Bischkek, Kirgistan).
Katia Arend wird das Konzept erläutern und erste Evaluationsergebnisse 
vorstellen.

Das Webinar findet am 12. Juli 2016 von 18 bis ca. 19 Uhr in Adobe Connect statt.

https://webconf.vc.dfn.de/europortfoliode [1] (einfach als „Gast“ anmelden)

Das German Chapter der europäischen ePortfolio-Initative (Europortfolio) wurde gegründet, um den Austausch, gemeinsame Initativen, Forschung und Projekte rund um die ePortfolios in verschiedenen Bildungskontexten, u.a. Schule, Jugendarbeit, Hochschule, Erwachsenenbildung, Betriebe und Unternehmen, Weiterbildung, zu fördern. Das German Chapter is offen für alle, die ein Interesse an dem Thema ePortfolio haben: http://www.eportfolio.eu/community/chapters/germany

Die Entwicklung und Implementation eines E-Portfolio-Systems als Teil einer personalisierbaren Lern- und Arbeitsumgebung an der Universität Potsdam

#europortfolioDE

Community-Call: Dienstag, den 31.05.2016, 14:00 Uhr bis ca. 15:00 Uhr

An der Universität Potsdam wird im Rahmen des Qualitätspaktprojektes „E-Learning in Studienbereichen“ (eLiS) seit 2011 an der Entwicklung und Einführung eines E-Portfolio-Systems als Teil einer personalisierbaren Lern- und Arbeitsumgebung („Campus.UP“) gearbeitet. Campus.UP unterstützt Studierende, Lehrende und Beschäftigte bei der Bewältigung ihrer Aufgaben und eröffnet neue Möglichkeiten der Interaktion und Kollaboration. Dabei wurde der Weg eingeschlagen, Ansätze der agilen Softwareentwicklung mit anforderungsorientiertem mediendidaktischem Design in einer interdisziplinären Arbeitsweise zu kombinieren. Die Herausforderungen in einem solchen Entwicklungsprojekt liegen u.a. darin, technologische, organisatorische und didaktische Aspekte von komplexen E-Learning-Systemen gleichzeitig im Blick zu behalten und auszubalancieren.
Das auf Liferay basierende Projekt Campus.UP befindet sich aktuell in der Pilotphase in exemplarischen Anwendungsfeldern mit dem Ziel, Feedback zu sammeln und die Entwicklung zu konsolidieren. Wir möchten diesen Projektmeilenstein zum Anlass nehmen, Campus.UP einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen sowie die technischen, didaktischen und organisatorischen Herausforderungen und Lösungen zu beleuchten.

Im Rahmen des German Chapter der Europortfolio-Initiative stellen wir
am Dienstag, den 31.05.2016, von 14:00 bis 15:00 Uhr
im Adobe-Connect-Raum: https://webconf.vc.dfn.de/europortfoliode/
die Entwicklung und die Ergebnisse der Portfolio-Entwicklung an der Universität Potsdam vor.

Ein E-Portfolio-Atlas für Deutschland

Vorstellung des Datenbank-Projekts des German Chapter der Europortfolio-Initative (EuroportfolioDE)

Community-Call: Mittwoch, den 09.03.2016, 18:00 Uhr bis ca. 19:00 Uhr 

Im Dezember 2014 haben sich E-Portfolio-Anwender*innen, Forscher*innen und Interessierte im German Chapter der Europortfolio-Initative vernetzt. Im #EuroportfolioDE-Netzwerk werden Fragen der Anwendung und Weiterentwicklung von E-Portfolios in Schule, Hochschule sowie Erwachsenen-/Weiterbildung diskutiert.
Als ein Teil der Arbeit in diesem Netzwerk soll ein besserer Überblick über bestehende E-Portfolio-Initiativen- und Anwendungen in Deutschland gegeben werden, um so den Erfahrungsaustausch in der Community zu unterstützen, als auch Informationen
zum Entwicklungsstand in diesem Bereich zu erhalten. Dadurch sollen Kooperationen unterstützt und eine bessere Sichtbarkeit hergestellt werden.
Die Idee eines E-Portfolio-Atlas im aktuellen Entwicklungsstand der Datenbank möchten das #europortfolioDE vorstellen und mit den Gästen diskutieren. Ziel ist es, den Atlas bekannt zu machen, so dass sich möglichst viele Projekte und Initiativen dort eintragen.

#europortfolioDE lädt daher am
Mittwoch, den 09.03.2016
18:00 Uhr bis ca. 19:00 Uhr
in den Adobe-Connect-Raum https://webconf.vc.dfn.de/europortfoliode/
ein.

E-Portfolios als sinnvoller Weg hin zu einer Digitalisierung von Bildung

Zum Community-Call vom 23.09. des German-Chapter des Europortfolio-Projekts, dass von den KollegInnen aus Österreich gestaltet wurde, möchte ich trotzdem es länger zurückliegt, etwas ausführlicher berichten und damit auch noch einmal die Aufzeichnung und die Themen all denjenigen anempfehlen, die sich mit dem Einsatz von E-Portfolios insbesondere in der Schule befassen.
Zunächst berichteten Andrea Ghoneim und Klaus Himpsl-Gutermann aus den Projekten EUfolio und ATS2020. EUfolio startete 2013 und hatte zum Ziel die Anwendung von Portfolios in der Schule in fünf europäischen Ländern zu erproben und zu untersuchen. 70 Schulen, knapp 200 LehrerInnen und über 4000 Schüler in fünf europäischen Ländern waren in der Piltophase beteiligt. Im April 2015 fand die Abschlusskonferenz statt. Weiterhin gewährte uns Petra Szucsich Einblicke in die Ergebnisse der „ePortfolio for KidZ – Studie“ aus 2014.

Beide Berichte gaben uns einen vertieften Einblick in den aktuellen Stand der Portfolio-Arbeit in Europa mit dem Fokus auf Schule. Die Erfahrungen aus der österreichischen Portfolio-Community sind mir stets hochwillkommen weil sie diese einzigartige Mischung aus wissenschaftlicher Fundierung, Orientierung auf die Praxis und Bezugnahme auf das alltägliche Leben zu verbinden wissen.

Das E-Portfolio als PLE – eine erweiterte Definition

Bemerkenswert schien mir die Definition des E-Portfolios, die im EUfolio-Projekt, – lt. Bericht „nach eingehender Diskussion“,  zugrunde gelegt wurde (siehe die Folie 8 in der Präsentation auf http://mahara.eufolio.eu/view/view.php?id=9786):

“E-Portfolios sind dynamische digitale Arbeitsplätze, deren EigentümerInnen die LernerInnen sind. Sie können darin ihr Lernen und ihre Ideen festhalten, haben so Zugang zu ihren Arbeits-Sammlungen, können über ihr Lernen reflektieren, es teilen, sich Ziele setzen, Feedbacks einholen und ihr Lernen und ihre Errungenschaften darstellen.”

Bemerkenswert ist diese Definition deswegen, weil hier weggegangen wird von den „Artfakten“ als Kernelement der bisherigen Portfolio-Definitionen hin zum „digitalen Arbeitsplatz“, also eine Definition die deutlich in Richtung Personal Learning Environments weist. Man kann sagen, dass *das* Portfolio weniger als ein substantieller Gegenstand und mehr als Umgebung und Prozess definiert wurde. Aber auch die enge Verbindung von Portfolio-Arbeit mit der Definition von Kompetenzen im Projekt, die in diesem Fall wohl notwendig abstrakt als „21st century skills“
beschrieben werden macht eine Stärke des Konzepts aus. Damit wird nämlich neben der eher unspezifischen Definition als „digitaler Arbeitsplatz“ auch die inhaltliche Bestimmung der Portfolio-Arbeit als kompetenzorientiert stark gemacht.

Portfolioarbeit stärkt Kompetenzen

Im Unterschied zur oft auf Bewertungsprozesse (Assessment) fokussierten Portfolio-Arbeit in den Hochschulen, war die Anwendung in den Projektschulen auf die Weiterentwicklung der Formen und Methoden von Unterricht konzentriert. Entsprechend erstrecken sich die Erfahrungen und Rückmeldungen auf grundsätzliche Herangehensweisen und Rollenverständnisse rund um den Unterricht. So  werden als wichtige Punkte aus den Rückmeldungen der LehrerInnen vor allem das „Erlernen“ (sic!) von

  • formativer Beurteilung
  • lernerInnenzentriertes Arbeiten
  • IKT-Fertigkeiten

benannt.
Für die SchülerInnen werden vor allem

  • kritisches Denken
  • IKT-Fertigkeiten
  • Selbststeuerung und Selbstreflexion

als unterstütze Kompetenzen formuliert.

Siehe auch den Evaluationsbericht der Pilotphase: Economou, A., & Avraamidou, A. (2015). EU Classroom ePortfolios Pilot Evaluation Results.(PDF)

Hört und liest man diese Ergebnisse, scheint gelungen zu sein, was in optimistischen Entwürfen der E-Portfolio-Arbeit beschrieben wurde – nämlich das Portfolio als Möglichkeit, Lehre und Unterricht in Richtung Lernendenzentrierung, Selbstorganisation und Kompetenzentwicklung zu entwickeln. In den vorgestellten Projekten scheint die Gemeinsamkeit zu bestehen,  dass mit Hilfe der Portfolio-Arbeit Strukturen und Praktiken des Unterricht in Bewegung geraten sind, also eine Entwicklung von Unterricht stattfindet. Wenn man sich also einmal fragen sollte, wie ein konkretes Beispiel für die oft unspezifisch zitierten „Potentiale des E-Learning“ aussehen kann – hier hat man eines.

E-Portfolios als sinnvoller Weg hin zu einer Digitalisierung von Bildung?

Ich müsste bei den Kolleginnen noch mal Nachfragen, ich gehe jedoch stark davon aus, dass es sich bei den E-Portfolio-Anwendungen in den Schulprojekten – im Unterschied zu den meisten Anwendungen in Hochschulen – um die erste und die einzige digitale Lehr-/Lernplattform handelte die eingesetzt wurde. Damit geht es bei den oben genannten Ergebnissen also nicht nur um die E-Portfolio-Arbeit im engeren Sinne, sondern viel mehr auch um die Verfügbarmachung einer digitalen Plattform für das Lernen, Lehren und Arbeiten überhaupt (eben der „digitale Arbeitsplatz“). Ein klassisches LMS oder eine „Ressourcenplattform“ hätten hier sicher nicht die gleichen Effekt gehabt, denn in diesen Systemen sind die Prinzipien des gleichberechtigten Kontakts, des Teilens und der Zusammenarbeit zwar mit etwas Gebastel machbar – stehen aber nicht im Mittelpunkt der Software. Im Gegenteil ist nach meiner Beobachtung die Erfahrung, dass viele Prinzipien des Web 2.0 z.B. mit Mahara Einzug gehalten haben und zwar ohne das es intendiert wäre. So ergibt sich in der Praxis eine enge Verbindung von kompetenzorientierten Ansätzen und dem Web 2.0. Portfolio-Software macht oft zum ersten mal das „Web zum Mitmachen“ jenseits kommerzieller Plattformen verfügbar.

Comunity-Call: E-Portfolio im Dualen Studiengang Pflege – Mi, 14.10.

Das German Chapter der europäischen ePortfolio-Initative – Europortfolio – 
lädt alle Interessierten herzlich ein zum Community-Call:

E-Portfolio im Dualen Studiengang Pflege

Zur Akademisierung der Pflege: Theorie-Praxisverknüpfung mit Hilfe des 
E-Portfolios am Beispiel der HAW Hamburg & der Fresenius Hochschule

Mittwoch, den 14.Oktober 2015, von 18:00-19:30 Uhr

Stattfinden wird das Webinar im Virtuellen Klassenzimmer unter diesem Link:
https://webconf.vc.dfn.de/europortfoliode (bitte als „Gast“ anmelden).
Als Vortragende dürfen wir Dipl.-Pflegepäd. Katharina Straß, Christine 
Hoffmann, M.A., Diplom-Ergotherapeutin Birgit Döringer und Olaf Pütz 
begrüßen.
Nähere Informationen unter: 
http://www.eportfolio.eu/community/chapters/germany#

EuroportfolioDE+AT: Communitycall: 23.9. E-Portfolios an Schulen.

http://www.eportfolio.eu/community/chapters/germany

Am 23. September 2015, 18 Uhr ist das österreichische Chapter von Europortfolio zu Gast beim deutschen Chapter! Schwerpunktthema der Online-Session ist „E-Portfolios an Schulen“, wobei Ergebnisse aus zwei Projekten vorgestellt werden:

  • Andrea Ghoneim von der Donau-Universität Krems wird vom EU-Projekt EUfolio berichten, zu dem sie hier eine übersichtliche Zusammenstellung in deutscher Sprache erstellt hat. Das im April 2015 abgeschlossene Projekt hat in fünf Ländern E-Portfolios an Schulen eingeführt und stellt eine umfangreiche Sammlung an Materialien zur Verfügung.
  • Petra Szucsich vom ZLI der PH Wien wird die österreichische Studie „ePortfolio for KidZ 2014″vorstellen. Knapp zehn Jahre, nachdem auf Initiative der Salzburg Research Forschungsgesellschaft erstmals E-Portfolios in Österreich ein Thema wurden, gibt die Studie einen Überblick über den E-Portfolio-Einsatz an Österreichs Schulen. In Einzelfallstudien werden besonders gelungene Beispiele vorgestellt, auch mit der Möglichkeit, in einzelne E-Portfolios direkt Einblick zu bekommen.

Moderiert wird die Session von Klaus Himpsl-Gutermann vom ZLI, der zusammen mit Andrea Ghoneim und Peter Groißböck (PH Niederösterreich) das Austrian Chapter von Europortfolio koordiniert.